Florian Notz: Sensationeller 5. Platz bei der Tour de Ski

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Florian Notz: Sensationeller 5. Platz bei der Tour de Ski

Eine beeindruckende Vorstellung am finalen Anstieg der Tour de Ski hat Florian Notz von der SZ Römerstein im Val di Fiemme (Italien) den 13. Rang in der Gesamtwertung und den fünften Platz in der Tageswertung erobert. Auch Pia Fink vom SV Bremelau brachte die Prüfung als 17. erfolgreich zu Ende.

Die Schlussetappe der Tour de Ski zur Alpe Cernis ist das Härteste, was im Skilanglauf verlangt wird, auch wenn sie nur neun Kilometer lang ist. Und Florian Notz war im Vorfeld gar nicht so optimistisch, was seine eigenen Fähigkeiten am Berg angeht. Weil dafür sehr viel Beinkraft notwendig ist. Daher war er durchaus verblüfft, als ihm der ZDF-Reporter im Ziel mitteilte, dass er am Berg der Sechstschnellste am Berg gewesen sei.

„Ich hab definitiv eine gute Form und hatte auch einmal mehr gute Ski. Ich hab im Sommer natürlich viel an meiner Beinarbeit gearbeitet. Anscheinend habe ich mich da verbessert“, meinte  er auf Nachfrage unserer Zeitung.

Am Ende war es dann sogar die fünftbeste Zeit des Tages, 45,8 Sekunden hinter dem Norweger Sjur Roethe (30:32,0) und damit auch die beste Weltcup-Platzierung seiner Karriere.

„Dass es so gut läuft, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich habe mich die ganze Woche gut gefühlt“, sagte der Dettinger in Diensten der SZ Römerstein, der als 19. ins Rennen gegangen war. Auf dem Flachstück bis zum Anstieg war das Ziel auf den Läufer vor ihm aufzulaufen. „Das ist mir mit Ach und Krach gelungen und danach konnte ich Kraft sparen für den Berg“, meinte der Ermstäler zum Rennverlauf auf dem „weißen Band des Grauens“, wie das manche Beobachter nennen, weil die Kunstschnee-Skipiste im Val di Fiemme von Grün umrahmt ist.

Ab etwa Kilometer 3,8 lief er in einer Vierer-Gruppe ab Rang 15 und in dieser Formation auch in den Berg hinein. Als es an die letzten Reserven ging, blieb Notz auf den 425 Höhenmetern immer dran. Zwei Konkurrenten wurden noch eingeholt, und es gelang dem 26-Jährigen auch noch, den kurz entwischten Franzosen Jean Marc Gaillard zu schnappen und den 13. Gesamtrang zu erobern, 3:37 Minuten hinter dem siegreichen Norweger Johannes Klaebo (3:07:5).

„Wirklich guter Stil und nicht auf dem letzten Hemd“, kommentierte Bundestrainer Peter Schlickenrieder die Vorstellung, die Notz auch die Erfüllung der WM-Norm einbrachte.

Am Samstag war Florian Notz das Massenstart-Rennen über 15 Kilometer taktisch zurückhaltend angegangen. Nach zwei von sechs Runden bewegte er sich im Feld nach vorne, erreichte die Top-15, wurde dann aber wieder zurückgereicht. Als das Feld auseinander riss, verlor er den Anschluss.

„Wir hatten gute Ski und ich habe mich einigermaßen gut gefühlt. Leider hab ich den Zug, als die Post abging, ein bisschen verpasst“, erklärte Notz dazu. Er sei zu weit hinten „einfach mitgeschwommen, anstatt im entscheidenden Moment mehr zu investieren.“

Als 22. und zweitbester Deutscher, elf Sekunden hinter dem Traunsteiner Jonas Dobler (17.) hatte er 55,6 Sekunden Rückstand auf Sieger Johannes Klaebo (40:52,6).

Als 14., mit einem Rückstand von 8:23 Minuten ging Pia Fink am Sonntag als die einzig verbliebene deutsche Dame in die gefürchteten letzten neun Kilometer, hinauf zur Alpe Cernis. Auf dem Flachstück bildete sich eine Gruppe bis Rang 13, die gemeinsam in den 3,6 Kilometer langen Schlussanstieg mit maximal 28 Prozent Steigung und 425 Höhenmetern hinein ging.

Als die Gruppe auseinander fiel, lag die Münsingerin aus dem Stadtteil  Hundersingen auf Position 16, schnappte sich noch die Russin Lidia Durkina, konnte aber auf der Zielgeraden den Angriff der Norwegerin Tiril Udnes Weng nicht mehr parieren. 10:58,4 Minuten Rückstand auf Siegerin Ingrid Flugstad Oestberg (Norwegen, 35:15,0) wurden gemessen (inklusive Start-Rückstand).

Auch in der Tageswertung wurde es Rang 17, 15 Sekunden fehlten auf Platz 15.

„Am Schluss ging mir echt die Kraft aus, aber das darf nach den ganze Wettkämpfen auch sein. Ich kann auf jeden Fall zufrieden sein, auch mit der deutlichen Steigerung zu letztem Jahr“, bilanzierte Pia Fink.

„Sie hat gut gekämpft“, lobte Bundestrainer Peter Schlickenrieder im ZDF. „Man muss die Belastungen der Tour de Ski erst mal wegstecken, auch den Reisestress.“ Er verwies auch darauf, dass ihre Technik am Berg „keinen Verfall“ gezeigt hätte. Jetzt gehe es in Vorbereitung auf die WM, so Schlickenrieder.

Nominiert wird allerdings erst nach dem Weltcup in Schweden Ende Januar. Die Hundersingerin hat durch die 12. Zeit in Oberstdorf eine halbe Norm, dazu zwei Mal Platz 16 und ein Mal Platz 17.  Nur zwei deutschen Läuferinnen haben bisher die Norm erfüllt.

Im Massenstart über 10 Kilometer in der Klassischen Technik verfehlte Pia Fink am Samstag als 16. den begehrten 15. Platz, sprich die halbe WM-Norm, um 6,4 Sekunden. Auf der ersten von vier Runden hielt sie hervorragend mit, lag teilweise sogar unter den besten Zehn, bevor sie am ersten Anstieg der zweiten Runde Positionen verlor.

Das Ziel erreichte sie 1:58,8 Minuten später als Ingvild Flugstad Oestberg (29:34,4).

IM VAL DI FIEMME WAR DIE WM MEHRFACH DAHEIM

Das Fleimstal (italienisch Val di Fiemme) ist ein ausgedehntes Tal in den Dolomiten und Fleimstaler Alpen sowie eine Talgemeinschaft (Comunità di valle) im Nordosten des Trentino in Italien. Lediglich die auf der Westseite des Tals liegende Gemeinde Altrei gehört nicht zum Trentino, sondern zu Südtirol. In den Jahren 1991, 2003 und 2013 fanden im Fleimstal die Nordischen Skiweltmeisterschaften statt.

Florian Notz fährt in die Top Ten

Florian Notz rauschte in Toblach auf Platz neun.

Florian Notz rauschte in Toblach auf Platz neun.© Foto: Eibner
Toblach / Erhard Goller 30.12.2018
Der für die SZ Römerstein startende Dettinger wird bei der zweiten Etappe der Tour de Ski in Toblach bester Deutscher.

Mit einem neunten Platz hat Florian Notz von der SZ Römerstein auf der zweiten Etappe der Tour de Ski in Toblach für das beste deutsche Resultat in diesem Winter gesorgt. Auf den 15 Kilometern in der Skating-Technik verlor der Dettinger 44,9 Sekunden auf den Sieger Sergey Ustiugov (30:34,1).

Wenn man sein Wettkampf-Muster nicht kennt, dann hätte man das Endergebnis nach der Zwischenzeit bei 1,75 Kilometern niemals für möglich gehalten. Da war Notz nur 74. Doch ab da trat er einen fulminanten Vormarsch an. „Nach fünf Kilometern war ich für meine Verhältnisse schon relativ weit vorne. Da wusste ich, dass es gut wird“, sagte Florian Notz im ZDF. Dann lief er in der zweiten Fünf-Kilometer-Runde mit dem zweifachen Saison-Sieger Sjur Roethe (Norwegen), der sich auf seiner ersten Schleife befand. Dessen Tempo war ihm nicht zu schnell, im Gegenteil. Er ließ Roethe am Ende sogar hinter sich „Da habe ich auf die Top 15 gehofft. Dass es Top-Ten wurde, ist natürlich cool“, freute sich der Ermstäler, der Rang acht und damit die volle WM-Norm nur um 1,9 Sekunden verpasste. Mit seinem Resultat ließ er so arrivierte Kräfte wie Titelverteidiger Dario Cologna (Schweiz) oder den Norweger Martin Johnsrud Sundby hinter sich.

„Florian hatte das so ausgeplant, dass er hier fit sein würde. Das gefällt mir“, kommentierte Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Die Saisonplanung scheint beim 26-Jährigen also aufzugehen.

Dass er im Sprint zum Auftakt nur 103. und damit Drittletzter wurde, hatte ihn da auch nicht beunruhigt.